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Muss dein Team KI können? Was seit Juli 2026 gilt.

Sobald jemand in deinem Betrieb ChatGPT, Copilot oder eine andere KI nutzt, ist die EU-KI-Verordnung im Spiel. Artikel 4 verlangt keinen Schein und keine Prüfung. Er verlangt, dass du dein Team beim Umgang mit KI unterstützt. Seit dem 8. Juli 2026 ist das genauer geregelt.

Was in Artikel 4 steht

Betriebe, die KI-Systeme einsetzen, sollen Maßnahmen ergreifen, damit ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit KI arbeiten, damit umgehen können. Was angemessen ist, hängt vom Einzelfall ab: wie viel Erfahrung die Leute haben, wofür du die KI einsetzt und wen das Ergebnis betrifft. Wer mit KI Texte entwerfen lässt, braucht andere Kenntnisse als jemand, der damit Bewerbungen vorsortiert.

Was sich im Juli 2026 geändert hat

Am 8. Juli 2026 hat die EU die Verordnung (EU) 2026/1744 beschlossen, den sogenannten Digital-Omnibus zur KI. Sie ändert Artikel 4. In der Fassung der EU-Kommission steht jetzt ausdrücklich: Du musst für niemanden ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz garantieren. Verlangt sind Maßnahmen, die die Entwicklung der Kompetenz unterstützen. Kommission und Mitgliedstaaten sollen vor allem kleine und mittlere Betriebe dabei unterstützen und praktische Beispiele veröffentlichen.

Was das für deinen Betrieb heißt

Eine feste Form schreibt der Text nicht vor. Drei Dinge helfen dir trotzdem, falls später jemand nachfragt:

  1. Aufschreiben, wer im Betrieb welche KI nutzt. Auch das, was nebenbei läuft: Chatbots, Übersetzer, Schreibhilfen im Mailprogramm.
  2. Regeln festlegen, die jeder versteht. Welche Daten dürfen in ein KI-Werkzeug, zum Beispiel keine Kundendaten in einen frei zugänglichen Chatbot? Wer prüft ein Ergebnis, bevor es rausgeht?
  3. Kurz einweisen und festhalten, wer wann eingewiesen wurde. Eine Seite mit Datum und Thema reicht als Anfang. Das ist meine Empfehlung, keine Vorschrift.

Was daneben noch gilt

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50. Ein KI-Chatbot auf deiner Website muss zum Beispiel klar sagen, dass hier eine KI antwortet. Die strengen Regeln für Hochrisiko-KI, etwa bei der Auswahl von Bewerbern, greifen nach dem Omnibus später: für eigenständige Systeme ab dem 2. Dezember 2027, für KI in Produkten ab dem 2. August 2028. Für typische Büroanwendungen wie Texte, Angebote oder Auswertungen spielen sie meist keine Rolle.

Wo du nachlesen kannst

Das ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu deinem Betrieb hilft dir ein Anwalt oder deine IHK weiter. Stand: 18. Oktober 2026.

Wie es weitergeht

Wenn du wissen willst, wo bei dir KI sinnvoll ist und was dein Team dafür braucht, ist der Fit-Check der kürzeste Weg. Er dauert 30 Minuten und kostet nichts. Wie ein erster Einsatz aussehen kann, steht im Artikel Den ersten sinnvollen KI-Einsatz finden.

FAQ

Kurz beantwortet.

Gilt Artikel 4 auch für kleine Betriebe?

Ja. Artikel 4 gilt für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, unabhängig von der Größe. Für kleine und mittlere Betriebe sollen die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten Unterstützung und praktische Beispiele bereitstellen.

Brauche ich ein Zertifikat für mein Team?

Nein. Der Text verlangt Maßnahmen, die die Entwicklung der Kompetenz unterstützen. Ein bestimmtes Niveau musst du für niemanden garantieren, ein Zertifikat schreibt er nicht vor.

Seit wann gilt die Pflicht?

Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025. Die Änderung durch den Digital-Omnibus (Verordnung (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026) ist in Kraft.